Country Line Dance

 

 

Wie gesagt führte die Vermarktung der Country Music mit ihren eingängigen Melodien und dem zumeist einfachen 4/4 Takt zu einem enormen Aufschwung des Line Dances.

 

Mit böser Zunge könnte man behaupten, dass Country Line Dance eine ideale Form der rhytmischen Bewegung ist - wenn man dem Dance Floor Alter entglitten ist und einer Nation angehört, die nicht gerade als gertenschlank bekannt wurde.

 

Abhängig vom Choreografen sind die Tänze sehr häufig von vier oder fünf Schritten geprägt, also:

1 - 2 - 3 - 4 (vier Schritte)

1 - 2 - 3 und 4 (fünf Schritte - auf "und" wird ein Zwischenschritt getanzt)

1 und 2 - 3 - 4 (fünf Schritte - auf "und" wird ein Zwischenschritt getanzt)

 

Diese Schritte werden in "Walls", also Seiten oder Blickrichtungen zu zumeist acht Takten getanzt. Daher haben viele Country Line Dances Choreografien mit 16, 32, 48 oder 64 Schritten.

 

Die Bezeichnungen 1-, 2- und 4-Wall bezeichnen also in welche Richtungen der Akteur während des Tanzes schaut. Bei 1-Wall schaut der Tänzer nach jedem Durchgang in die gleiche Richtung, beim 2-Wall wird dem Publikum abwechselnd das Gesicht oder der Rücken zugewendet.

 

Sollten Komponist oder Texter zwecks zusätzlicher Wertsteigerung des Liedes die Abstände zwischen den Refrains oder diese selbst variieren - also plötzlich statt 48 Schlägen mal 52 oder 56 vertonen - kommen noch Brücken, sogenannte Tags hinzu. Diese dienen einfach dem Zweck, den richtigen Einstiegspunkt zur Choreografie wiederzufinden.

 

Insgesamt spielen die Hände eine untergeordnete Rolle und verbleiben am Körper - zweckmäßigerweise mit den Daumen in den Hosentaschen oder im Gürtel. Man will ja schließlich seinen Nachbarn nicht niederschlagen. Dennoch gibt es natürlich choreografische Elemente wie Klatschen oder Lassoschwingen, die gern eingebaut werden.

 

Die hohe Kunst der Line Dance Choregrafie besteht darin, dass der Tänzer an der Stelle ankommt, an der er oder sie gestartet sind. Neben dem Vorteil des Platzsparens vehindert dies auch Situationen, bei denen die Tanzgruppe bereits vor Ende des Titels am Horizont oder hinter den Kulissen verschwunden ist.